Über uns
Die Geschichte von globegarden
Wie aus einer Studie, einer Serviette und viel Mut ein Kita-Netzwerk wurde.
Es begann mit einer Studie. 2007 zeigte die Ökonomin Monika Bütler, dass sich für viele Familien in der Schweiz ein zweites Einkommen kaum lohnte, meist das der Mutter. Der Titel der Studie brachte es auf den Punkt: «Arbeiten lohnt sich nicht – ein zweites Kind noch weniger.»
Christina Mair, Caroline Staehelin und Kristina Rebsamen standen damals am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn. Eigene Kinder hatte noch keine von ihnen. In ihrem Umfeld sahen sie jedoch, wie schwierig es war, einen guten Kita-Platz zu finden. Die Wartelisten waren lang, und oft ging fast der ganze Lohn für die Betreuung auf. Viele Mütter gaben deshalb ihren Beruf auf. Für die drei war das ein Missstand, der sich lösen liess. Ihr Ziel: Nicht jede Frau muss arbeiten wollen, aber jede, die es will, soll es können.
Ein Start-up am Wohnzimmertisch
Das Logo entstand auf einer Serviette in einem italienischen Restaurant, die Administration lief am Wohnzimmertisch. Im August 2009 öffnete die erste Kita am Talacker, gleich beim Paradeplatz in Zürich. In den ersten Jahren arbeiteten die drei Gründerinnen regelmässig selbst in den Gruppen mit. Sie wollten den Alltag in einer Kita aus erster Hand kennen. Diese Erfahrung prägt ihre Entscheidungen bis heute.

Ein Netzwerk, das mit jeder Kita stärker wird
2010 kam mit Zug die erste Kita ausserhalb von Zürich dazu. Seither ist globegarden Schritt für Schritt gewachsen, Region für Region. Von Anfang an galt dabei eine Regel: Jede neue Kita muss auch den bestehenden etwas bringen. Deshalb fliesst laufend viel in die bestehenden Kitas zurück: in Renovationen, neue Möbel und Spielmaterial, eine bessere Akustik in den Räumen, neue Gärten und Spielplätze. So sind die ältesten Kitas über die Jahre nicht älter geworden, sondern besser.
Karrieren in der Kinderbetreuung
Bei globegarden ist früh etwas entstanden, das in der Kinderbetreuung lange gefehlt hat: echte Karrieren. Mitarbeitende können sich von der Gruppe zur Kita-Leitung entwickeln und darüber hinaus, etwa in eine Fachbereichs-, Gebiets- oder Regionalleitung, in den Familienservice, ins HR oder in die Verwaltung. Viele Führungspersonen von heute haben in einer Kita angefangen, bis hinauf in die Geschäftsleitung.
Teil des Quartiers
Von Anfang an haben die Kitas von globegarden grosse, klare Fenster statt Milchglas. Sie sollen offen zum Quartier sein und dazugehören. Nicht selten bleiben ältere Menschen aus der Nachbarschaft stehen und schauen hinein. Manche sagen dann, hätte es so etwas früher gegeben, hätten sie vielleicht auch weitergearbeitet.
Die Gründerinnen haben früh erkannt, dass Kinderbetreuung vieles berührt, was die Gesellschaft bewegt: das Bild der Frau und der Mutter, die Rollen in der Familie, Chancengleichheit und Gleichstellung. Wirkung entsteht deshalb nicht nur im Leben der Kinder und ihrer Eltern. Sie entsteht auch dort, wo eine Gesellschaft über diese Fragen ins Gespräch kommt und sich weiterentwickelt. Dazu wollen sie beitragen.
Über den Mut, nicht perfekt zu sein
Zum 15-jährigen Bestehen 2024 erschien das Buch «Über den Mut, nicht perfekt zu sein» («Brave, not perfect»). Darin erzählen Mütter, Mitarbeitende und Eltern, wie sie Familie und Beruf verbinden. Der Titel beschreibt auch die Kultur bei globegarden: Nicht alles muss perfekt sein. Entscheidend ist, wieder aufzustehen, dranzubleiben und Neues auszuprobieren, mit den Kindern, mit den Eltern und im Team.
Getragen wird diese Kultur von vier Werten, die seit 2010 gelten: Share, Teach, Act, Respect. Sie prägen den Alltag in den Kitas ebenso wie die Zusammenarbeit im Team. Wertschätzung hat einen festen Platz: Im März ist Wertschätzungsmonat. In der Award Season im Oktober nominieren Mitarbeitende einander für gelebte Werte, und Eltern nominieren, wer im Leben ihrer Familie einen Unterschied gemacht hat. Jedes Jahr kommen so weit über 6'500 persönliche Nominierungen zusammen. Auch Weiterbildung gehört dazu: Im Schnitt besucht jede Person sechs Weiterbildungen pro Jahr, vom kurzen Kurs bis zum mehrjährigen Lehrgang.
Heute
Heute gehören über 90 Einrichtungen in der Deutschschweiz zum Kita-Netzwerk von globegarden, mit rund 1'200 Mitarbeitenden. Neben den globegarden Kitas sind das die Kitas von Akidemy und Kitas, die unter ihrem eigenen Namen weitergeführt werden. Jede behält ihren eigenen Charakter, alle teilen dieselben Qualitätsstandards.
Über 4'000 Familien vertrauen dem Netzwerk jede Woche ihre Kinder an. Die Kinder sind im Schnitt 3,5 Tage pro Woche in der Kita. Das heisst: Über 4'000 Mütter oder Väter, meistens die Mütter, können rund 70 % arbeiten. Nach eigener Rechnung entspricht das rund 2'800 Vollzeitstellen. Und weil die meisten Mütter weiterarbeiten, wenn ihre Kinder in die Schule kommen, sind so seit 2009 fast 5'000 Vollzeitstellen entstanden.
globegarden ist zu 100 % in Familienbesitz, und die drei Gründerinnen führen das Unternehmen bis heute zusammen mit der Geschäftsleitung. Was sie damals angetrieben hat, gilt noch immer: Eltern sollen nicht wählen müssen zwischen Beruf und Familie. Mütter nicht und Väter nicht.

Das Wichtigste in Kürze: globegarden auf einen Blick